Die Schleichkatze

Die Schleichkatze

Kopi LuwakErst durch die Schleichkatze wird aus der gewöhnlichen Arabica-Bohne der „cova Kopi Luwak“. Die Schleichkatze oder Luwak, wie die Bewohner Sumatras das Tier nennen, wird oft auch als Fleckenmusang oder Palmkatze bezeichnet. Bei ihr handelt es sich um eine Art der Gattung Musang mit einem dicken, rauen, meist grau gefärbten Fell. Der Körper eines ausgewachsenen Tieres wird rund 50 Zentimeter lang. Sein Schwanz erreicht gewöhnlich eine ähnliche Länge. Erwachsene Schleichkatzen wiegen zwischen zweieinhalb und vier Kilogramm. Heimisch sind sie in ganz Süd- und Südostasien – auf den indonesischen Inseln Sumatra, Borneo oder Java ebenso wie auf den Inseln der Philippinen.

Die Schleichkatze ist ein ausgezeichneter Kletterer und ausschließlich in der Nacht aktiv. Sie frisst neben Insekten, Würmern und kleinen Vögeln auch gerne Früchte, bevorzugt die Frucht der Kaffeepflanze, die Kaffeekirsche. Die Schleichkatzen lieben die Kaffeekirschen ob ihres Fruchtfleisches und suchen sich nur die reifsten und süßesten Früchte aus. Sie vollführen somit eine gleichsam handverlesene Ernte der Kaffeekirschen. Nach rund eineinhalb Tagen scheiden die Tiere die Kerne der verspeisten Kaffeekirschen, die Kaffeebohnen, wieder aus. Die Kaffeebohnen bleiben dabei ebenso erhalten wie Teile der Silber- und Pergamenthäutchen, welche die Bohne umschließen. Die Schleichkatze kann die Kaffeebohnen nicht verdauen.

Für das einzigartige Aroma des „cova Kopi Luwak“ ist der Verdauungsprozess im Magen der Schleichkatze verantwortlich. Die genauen chemischen Vorgänge sind bis heute nur lückenhaft erforscht. Untersuchungen eines kanadischen Lebensmittelchemikers haben gezeigt, dass die Magensäure der Schleichkatze in die Kaffeebohnen einsickert. Die Säure enthält Enzyme ,die die in den Bohnen enthaltenen Proteine aufbrechen. Hierdurch enstehen die in ihrer Struktur kürzeren Peptide, die auch ‚kleine Proteine‘ genannt werden, und eine größere Anzahl freier Aminosäuren. Da der Geschmack der Kaffeebohnen vor allem von den Proteinen abhängt, dürfte das einzigartige Aroma des „cova Kopi Luwak“ dieser Veränderung im Proteinhaushalt zu verdanken sein. Sicher ist, dass der oben beschriebene Fermentierungsprozess den Kaffeebohnen einen Großteil ihrer Bitterstoffe entzieht. Die Kaffeebohnen werden im Magen der Schleichkatze gleichsam veredelt.

Unser „cova Kopi Luwak“ stammt ausschließlich von wild lebenden Schleichkatzen. Die Tiere sind nicht gezüchtet und werden auch nicht in Käfigen oder in Farmgehegen gehalten – davon haben wir uns durch den Besuch bei unserem Kaffeebauern selbst überzeugt. Dieses Herstellungsverfahren bürgt für eine besonders hohe Qualität, hat aber zugleich eine sehr geringe Produktionsmenge zur Folge.